Donnerstag, 18. Juli 2019

Brandschutz

Verhalten im Brandfall

Jährlich sterben in der Bundesrepublik etwa 600 Menschen an Folgen von Verbrennungen oder ersticken im Brandrauch, 6000 werden dadurch verletzt. Die Höhe der Brandschäden erreicht inzwischen fast 3 Mrd. Euro, Tendenz steigend. Ein Großteil dieser schlimmen Ereignisse entsteht durch Unachtsamkeit und wird oft durch Unwissenheit noch schlimmer. Verhalten im Brandfall:

  • Gehen Sie im Brand- oder Unglücksfall immer in der Reihenfolge retten - alarmieren - löschen vor. Und bleiben Sie ruhig!
  • Bringen Sie sich und andere gefährdete Personen in Sicherheit. Fenster und Türen schließen. Ist wegen Rauch und Feuer ein gefahrloser Weg ins Freie nicht mehr möglich, bleiben Sie im Zimmer. Machen Sie sich am Fenster bemerkbar. Warten Sie die Ankunft der Feuerwehr ab und folgen Sie deren Anweisungen.
  • Alarmieren Sie die Feuerwehr über den Notruf 112!
  • Beachten Sie bei der Alarmierung folgendes Schema:
    Wer ruft an? (Name, Adresse)
    Wo ist etwas passiert? (Ort, Straße, Hausnummer, Geschoss)
    Was ist passiert? (Feuer, Verletzte, eingeschlossene Personen)
  • Nehmen Sie die Brandbekämpfung erst nach der Rettung gefährdeter Menschen und der Alarmierung der Feuerwehr auf. Kein Risiko eingehen! Benutzen sie Wasser oder einen Feuerlöscher. Und denken Sie daran:
    Bei Kleinbränden kann das Feuer oft mit einer Decke erstickt werden. Fett- und Ölbrände nie mit Wasser löschen!

 

Fluchtwege im eigenem Haus

Halten Sie Treppenhäuser (Fluchtwege) frei von Fahrrädern oder Kinderwagen, denn wenn Sie im Falle eines Brandes das Haus schnell verlassen müssen, kommt es auf jede Sekunde an, die Sie nicht damit vergeuden sollten, Gegenständen auszuweichen. Ebenso sollten keine brennbaren Materialen unter Treppenabsätzen gelagert werden. Geraten diese in Brand, verraucht des gesamte Treppenhaus und Ihr (vielleicht sogar einziger) Fluchtweg ist unpassierbar.

 

Brandschutztüren

Kellertüren und Brandschutztüren stets geschlossen halten um eine Verrauchung und Ausbreitung des Brandes zu verhindern.

 

Flucht- und Rettungswege

Sind diese Fluchtwege versperrt, kann Sie die Feuerwehr im Regelfall nur noch über den "Zweiten Rettungsweg" retten, d.h. über Leitern. Damit die Feuerwehr aber Leitern aufstellen kann, sollten genügend freie Stellflächen vorhanden sein. Auch Feuerwehrfahrzeuge mit Drehleitern brauchen viel Platz, deshalb sollten Feuerwehrzufahrtswege immer frei sein.

 

Aufzüge

Im Brandfall nie Aufzüge benutzen, da diese steckenbleiben könnten, sondern das Haus so schnell wie möglich über das Treppenhaus oder Feuertreppen verlassen.

 

Feuerlöscher und Rauchmelder

Feuerlöscher und Rauchmelder können Leben retten! Bei der Brandbekämpfung geht es um jede Sekunde, mit einem Feuerlöscher können Sie auf jeden Fall kleinere Brände löschen oder eindämmen. Machen Sie sich deshalb mit dem Feuerlöscher vertraut, damit Sie ihn im Ernstfall auch sicher bedienen können. Rauchmelder warnen Sie vor Brandgasen, die schon öfters Menschen im Schlaf überrascht haben. Gute Geräte kosten ca. 30,- Euro bis 60,- Euro, das sollte Ihnen Ihr Leben wert sein. Ihre Feuerwehr informiert Sie gerne.
Bedienungshinweise für Feuerlöscher

 

Fettbrände

Fettbrände nie mit Wasser löschen! Wird brennendes Fett mit Wasser gelöscht, wird es durch die Wasserdampfbildung auseinandergerissen und entzündet sich durch die jetzt größere Oberfläche explosionsartig. Ein vormals kleiner Brand breitet sich so auf die gesamte Küche aus. Am besten löscht man solche Brände indem man sie erstickt, sei es mit einer Löschdecke oder einfach nur mit einem Deckel. Danach den Topf oder die Friteuse auskühlen lassen.

 

Spraydosen

Spraydosen können zu kleinen Flammenwerfern werden, wenn sie in der Nähe von Zündquellen betrieben werden. Ähnlich wie bei Fettexplosionen wird bei einer Spraydose der Inhalt sehr fein zerstäubt, was eine enorme Vergrößerung der Oberfläche zur Folge hat. Dieser Nebel ist sehr leicht entflammbar! Deswegen nicht rauchen während man mit Spraydosen arbeitet und Räume gut lüften. Alte und leere Spraydosen kommen in den Müll.

 

Fernseher

Fernseher, aber auch andere Geräte wie z. B. der Verstärker der Stereoanlage, erzeugen Wärme. Deshalb ist darauf zu achten, daß ausreichend Umluft an diese Geräte kommt. Ist dies nicht möglich, weil der Fernseher in einem Schrank eingebaut ist, sollte man dem Gerät öfter mal eine Pause gönnen, damit es auskühlen kann. Gegenstände, die auf dem Fernseher liegen, wie Zeitschriften oder Blumenvasen, stören die Wärmeabgabe. Bei Gegenständen die mit Wasser gefüllt sind, (Blumenvase) kann es zu einem Kurzschluß kommen, wenn Wasser ausläuft. Im Falle eines Brandes den Netzstecker ziehen und das Gerät mit einer Löschdecke abdecken um den Brand zu ersticken. Achtung! Bildröhre kann implodieren, deshalb nur seitlich vom Gerät stehen!

 

Elektrische Geräte

Elektrizität ist einer der häufigsten Brandstifter, sie ist brand- und lebensgefährlich!

  • Nur Elektrogeräte mit dem VDE oder GS-Zeichen verwenden. Arbeiten an Elektroleitungen und -geräte sind Sache des Fachmannes
  • Elektrische Geräte beim Verlassen des Raumes abstellen, besser noch ausstecken (denken Sie dabei besonders an Bügeleisen, Herdplatten, Friteusen, Toaster, Tauchsieder usw.)
  • Kabel und Stecker regelmäßig überprüfen
  • Tauchsieder und andere Elektrowärmegeräte möglichst mit Schutztemperaturbegrenzer und auf feuerfesten Unterlagen benützen
  • Fernseher erzeugen viel Wärme. Achten Sie darauf beim Einbau in Schränke; entfernen Sie die beliebten Deckchen oder andere brennbaren Materialien (Vorhänge) aus dem Bereich des Fernsehers
  • Heizgeräte nur mit Sicherheitsabstand zu Möbeln und Gardinen betreiben
  • Keine Sicherungen flicken
  • Steckdosen nicht durch unzulässige Abzweigstecker erweitern
  • Beim Auswechseln von Glühbirnen auf richtige Wattzahl achten
  • Bohren und Nageln in senkrechter oder waagrechter Linie zu Steckdosen oder elektrischen Schaltern ist lebens- und brandgefährlich. Ein "Leitungssuchgerät" hilft

 

Fasnacht oder andere Veranstaltungen

Hier ein ppar Tips, wie Sie Ihre Party sicherer machen:

  • Dekorationen, Girlanden, Luftschlangen oder Lampions dürfen nicht mit offenem Feuer, Heizstrahlern oder Glühbirnen in Berührung kommen. Am besten schwer entflammbare Dekorationen verwenden
  • Brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen, insbesondere zu vorgerückter Stunde, wenn die Stimmung besonders ausgelassen ist
  • Mit glimmenden Zigaretten nicht achtlos umgehen; sie können schnell einen Brand entfachen
  • Zigaretten können noch lange nachglühen. Aschenbecher niemals in Papierkörbe entleeren. Am besten sind Blecheimer
  • Für Kostüme kein leicht brennbares Material verwenden. Eine originelle Verkleidung muss noch lange nicht sicher sein

 

Weihnachten und Sylvester

In der Advents- und Weihnachtszeit steigt die Zahl der Wohnungsbrände stark an. Dies hängt vor allem mit der Weihnachtsdekoration zusammen, die leicht Feuer fangen kann. Beachtet man jedoch die folgenden Tips, kann die Brandgefahr auf ein Minimum reduziert werden.

  • Keinen trockenen Adventskranz verwenden
  • Adventskranz oder -gesteck auf feuerfeste Unterlage stellen und Kerzenhalter aus feuerfestem Material verwenden
  • Kerzen niemals in der Nähe von Vorhängen oder anderen brennbaren Materialien aufstellen und entzünden
  • Brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen; auch beim kurzfristigen Verlassen des Zimmers löschen. Kerzen immer von "hinten nach vorne" anzünden, von "vorne nach hinten" löschen und nie über brennende Kerzen greifen
  • Abgebrannte Kerzen rechtzeitig auswechseln
  • Streichhölzer und Feuerzeuge an einem vor Kindern sicheren Ort aufbewahren
  • Kinder sollten nur unter Anleitung von Erwachsenen mit Streichholz und Feuerzeug umgehen
  • Nur kipp- und standsichere Weihnachtsbaumständer verwenden
  • Weihnachtsbaum so aufstellen, daß der Raum unbehindert verlassen werden kann
  • Min. 50 cm Abstand zu Vorhängen und ähnlichem
  • Dürre Bäume brennen wie Zunder, also möglichst früh aus der Wohnung bringen
  • Stellen Sie für den Fall eines Falles Löschmittel griffbereit. Es genügt auch ein Eimer Wasser


Auch beim Jahreswechsel kommt es öfters zu Bränden und Verletzten. Deshalb:

  • Feuerwerk nicht in geschlossenen Räumen anzünden
  • Anleitung durchlesen
  • Nach dem Anzünden ausreichenden Sicherheitsabstand einnehmen. Feuerwerkskörper und Raketen nicht unkontrolliert wegwerfen. Niemals auf Menschen werfen
  • Blindgänger kein zweites mal anzünden
  • keine selbstgebauten oder modifizierten Kracher verwenden
  • Fenster und Türen schließen
  • keine Kinder oder Betrunkene krachen lassen

 

Kinderbrandstiftung

Fast jeder vierte von der Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelte Tatverdächtige ist ein Kind unter 14 Jahren. Eine Zahl aus der Kriminalstatistik, hinter der sich oftmals unsagbares Leid verbirgt. Denn welch verheerenden Folgen das kindliche Spiel mit dem Feuer haben kann, liest man fast täglich in den Zeitungen: Tote, Schwerverletzte, zeitlebens Verstümmelte und Entstellte, verzweifelte Hinterbliebene, ganz abgesehen von den Sachschäden, die jährlich viele Millionen betragen.
Der hohen Zahl von Kinderbrandstiftungen und damit der Gefahr, dass zündelnde Kinder leichtfertig ihr eigenes Leben und das Unbeteiligter aufs Spiel setzen, kann nur durch pädagogisch sinnvolle Aufklärung entgegengewirkt werden. Angesprochen sind in erster Linie die Eltern, da sie für das Tun und Lassen Ihrer Kinder zu allererst die Verantwortung tragen. Die Aufklärung über die Gefahren des Feuers muss deshalb schon frühzeitig im Elternhaus beginnen. Darüber hinaus können Kindergarten und Schule die elterliche Aufgabe wirkungsvoll unterstützen.

Einige grundsätzliche und wichtige Ratschläge für Eltern:

  • Feuer ist heiß
    Kleinkinder schon frühzeitig mit dem Feuer bekannt machen. Durch das langsame Hinführen eines Fingers zur offenen Flamme macht das Kind die erste, unangenehme Bekanntschaft mit dem Feuer. Die erste Vorsicht wird wachgerufen. Diese psychologische Einstimmung zum vorsichtigen Umgang mit Feuer ist die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme gegen Brände jeder Art, denn sie wird den Menschen auf seinem ganzen Lebensweg begleiten.
  • Feuer fasziniert
    Um den kindlichen Spiel- und Nachahmungstrieb zu befriedigen, Kinder unter Aufsicht den richtigen Umgang mit Streichhölzern, Feuerzeug oder Kerze beibringen. Die Unterweisung solle sich an der geistigen Aufnahmefähigkeit, der Gemütsart und der Geschicklichkeit des Kindes orientieren.
  • Vorbild sein
    Selbst mit gutem Beispiel vorangehen und Vorsichtsmaßnahmen treffen:
    • Streichhölzer und Feuerzeuge nicht achtlos herumliegen lassen, besonders nicht, wenn Kinder häufig alleine sind.
    • Kinder nicht zum Einkaufen von Zündhölzern schicken.
    • Kinder unter 10 Jahren niemals offenes Licht anvertrauen.
    • Kleinkinder niemals bei offenem Licht unbeaufsichtigt lassen.

Mit strikten Verboten, Abschreckung oder Angst erreichen Eltern nur den gegenteiligen Effekt, denn sie wecken nicht nur die Neugier, sondern auch den Trotz des Kindes mit der Konsequenz, daß das Kind in aller Heimlichkeit zündelt. Und gerade das ist die größte Gefahr.

 

Es hat gebrannt - Was nun?

Falls es bei ihnen doch gebrannt hat

  • Bleiben Sie mit Ihrer Familie zusammen und lassen Sie Ihre Kinder nicht allein
  • Bei Unwohlsein sofort einen Arzt aufsuchen
  • Betreten Sie die vom Brand betroffenen Räume erst, wenn sie erkaltet und durchlüftet sind, und halten Sie davor Rücksprache mit der Feuerwehr oder der Polzei. Um ein Verschleppung von Ruß, Asche und anderen Brandrückständen zu vermeiden, halten Sie sich nicht länger als unbedingt nötig in den Räumen auf.
  • Informieren Sie Ihre Versicherung, Vermieter und Hauseigentümer

Die bei einem Brand entstehenden Gase und Rußpartikel sind giftig! Vermeiden Sie deshalb den Kontakt auf das nötigste und lüften Sie die Wohnung. Wenn Sie nähere Informationen wünschen, wenden Sie sich vertrauensvoll an uns, wir geben Ihnen gerne Auskunft und helfen Ihnen gerne.

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